Praxis
Falldokumentation aus der Praxis
26.Mai 2000
Auf den folgenden Fotos habe ich einen meiner Patienten festgehalten.
Der Patient hatte im April 1999, einen Unfall, wobei es zu einer offenen Talufraktur, sowie zu einer Distorsion der Metatarsalen III - V kam.
Die Ärzte rieten zu einer Amputation des Fusses.
Der Patient lehnte dieses jedoch ab und entschied sich für den schweren Weg der Behandlung.
Im Verlauf traten Necrosen des Os-Talus auf, welche immer wieder zu rezidiven aufgrund von Infektionen des Defektes neigten. Erschwerend kam ein Gefässchirurgischer Eingriff am linken Bein hinzu.
Ich habe den Patienten seit Ende März in der Behandlung. Leider kam ich erst jetzt auf die Idee den Verlauf zu Dokumentieren. Seit der Aufnahmen sind bereits gute Erfolge eingetreten. Zum Zeitpunkt der ersten Behandlung war der Defekt noch Offen und neigte zur Sekret Absonderung.
Die Oedematisierung der Wade ist deutlich zurückgegangen und der Defekt ist auch merklich kleiner geworden.
Der Defekt hatte bei Aufnahme des Patienten eine Durchgehende Tiefe bis auf die Knochen. Die Problematik der Heilung liegt darin das das Gewebe nicht ein zusammenheilen der Defektränder fördert, sondern eher das Bestreben hat den Defekt von innen heraus mit einer Gewebsschicht zu überziehen.
Hinzu kommt das Problem der Oedematisierung im Defektgebiet, welche ein "zusammenheilen" der Defektränder durch das Auseinanderdrücken des Gewebes verhindert.
Mittels der Manuellen Lymphdrainage wird nun versucht die Oedematisierung aus dem Defektgebiet zu verdrängen und so eine regelrechte Heilung zu fördern. Zudem wird durch die Lymphverdrängung eine Verbesserung der Gewebeernährung erreicht welche zu einer besseren Heilung führt.
Bis zum 26. Juni ist folgendes Passiert:
An dem Oedematisierten Bein bildeten sich rote schuppige Stellen. Nach einer Untersuchung durch den Hautarzt wurde festgestellt, daß es sich um Pilzbefall handelte. Die Behandlung musste leider ausgesetzt werden. Hierauf hin schwoll das Bein wieder deutlich an. Es bleibt zu hoffen das sich die Pilzinfektion schnell legt und die Behandlung fortgesetzt werden kann.
17. Juli 2000
Der Pilzbefall ist abgeklungen und die Lymphdrainage konnte wieder aufgenommen werden. Leider ist, durch den Ausfall einiger Behandlungen, wieder eine Verschlechterung des Gesamtzustandes eingetreten. Aber wie uns die Vergangenheit lehrte ist das kein Grund zur Resignation. Der Defekt heilt langsam aber stetig weiter. Der Patient wurde zudem mit einem neuen Gehschuh versorgt welcher den Muskelaufbau nicht einschränkt.
02.08.2000
Durch eine eigene Erkrankung war bin ich leider nicht in der Lage diesen, sicherlich sehr interessanten, Fall weiterhin zu dokumentieren. Hierfür möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen und hoffe auf ihr Verständniss.
Abb. 1

Deutlich zu erkennen ist die Atrophie des linken Unterschenkels durch die Minderbelastung. Gleichzeitig erkennt man eine Oedematisierung des Sprung-gelenkes.
Abb. 2

Hier sehen Sie die Schwellung des Gelenkes und den versorgten Defekt.
(Auf eine Darstellung des Defektes möchte ich verzichten da solche Bilder nicht jedermann Geschmack sind.)
Abb. 3

Gut zu erkennen ist die Oedemausbreitung auch an der plantar Seite, entstanden durch ständige Druckentlastung.
Abb. 4

Eine schematische Darstellung der Form und Lage des Defektes.
Ich danke meinem Patienten für die Erlaubniss diese Bilder für meine Dokumentation verwenden zu dürfen. Alle Rechte an diesen Bildern liegen dei dem Autor dieser Seite(n). Jede Verwendung dieser Bilder in Publikationen, Büchern, Zeitschriften oder Internetseiten wird hiermit auf das Deutlichste untersagt. Zuwiderhandlungen führen zur Anzeige.
© 2000-2008 Stefan Kotthaus
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